Jubiläumssommerfest der Kleinsten begeistert Kinder und Eltern

Im Jahr des 50-jährigen Vereinsbestehens feierte am vergangenen Freitagabend der FC Real Kreuth mit den Kindern der F-, E- und D-Jugend und deren Eltern das „kleine Jubiläum“ des die Saison abschließenden Sommerfestes für die Kleinen. Vor 20 Jahren, 1996, vom beliebten und geschätzten ehemaligen Jugendleiter Günter Suchant ins Leben gerufen, erfreut sich das Fest seitdem besonders bei den Kindern größter Beliebtheit.

Wie in den Jahren zuvor, nutzten der (neue) Jugendleiter Reinhard Roß und die Jugendtrainer die Gunst der Stunde, um die anwesenden Eltern der Jugendspieler über den Spielbetrieb in   der neuen Saison zu informieren. Während die F-Jugend auch in der kommenden Spielzeit vom altbewährten Trainer Florian Schwarztrauber trainiert wird, hat der Verein für die E-Jugend mit (den Vätern) Hansi Seebacher und Christian Schelle zwei neue hoch motivierte Trainer gewinnen können. Die Spieler der D-Jugend werden mit der markantesten Veränderung auf Punktejagd gehen. Sie spielen ab sofort unter den neuen Trainern Franz Breunig (FC Real Kreuth) und Andreas Stökle (FC Rottach-Egern) in einer Spielgemeinschaft „FC Rottach-Egern / FC Real Kreuth“. Franz Breunig erläuterte den anwesenden Eltern die beabsichtigte Vorgehensweise der Vereine und Trainer, die mit zwei Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen werden.

Der 1. Vorsitzende des Vereins, Max Breunig, bedankte sich gemeinsam mit dem Jugendleiter bei den Trainern für die alte und/oder neue Bereitschaft, diese für ein Fußballverein so wichtige und wertvolle Aufgabe eines Jugendtrainers zu übernehmen. Beide wünschten den Jugendteams eine erfolgreiche Saison und viel Freude bei den Spielen.

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Mit dem folgenden Angrillen begann der Hauptteil des Sommerfestes. Kinder wie Erwachsene ließen sich Bratwurst und Grillfleisch zu den verschiedensten (von den Müttern alle selbstgemachten) Salaten schmecken. Anschließend zogen sich die Fußballjungs die nagelneuen Trikots über, die der Verein dank einer bedeutenden Spende von Herrn Rainer Berkmann aus Rottach-Egern anschaffen konnte. Gemeinsam mit deren Trainern wurde dann ein Mannschaftsfoto gemacht, das man Herrn Berkmann schenken möchte, um sich damit, auch im Namen der Eltern und des Vorstands des FC ganz herzlich zu bedanken.

Als bald darauf der warme Sommerabend einer lauen Nacht weichen wollte und das Flutlicht den Kunstrasenplatz von Enterbach beleuchtete, da wusste jeder Fußballfan am Platz: Es steht der Höhepunkt des Abends bevor. Freitagabend! – Flutlicht! Da schreibt der Fußball seine aufregendsten Geschichten.

Und so sollte es auch diesmal sein. Auf dem wie immer prächtig präparierten Kunstrasen standen sich gegenüber: Der HSV (Hoffnungsvolle Spät-Versucher) Kreuth und der FC (Furiose Champions) Real Kreuth. Auf der einen HSV- Seite sechs oder sieben Väter, auf der anderen  FC- Seite zwanzig bis fünfundzwanzig Kinder, Jungen und Mädels. Die versammelten sich kurz vor dem Anpfiff am Mittelkreis, um mit lautem Motivationsgeschrei eigene Energien freizusetzen und den Gegner zu beeindrucken. Wer in die Gesichter der Väter blickte wusste, das hatte Wirkung gezeigt.

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Vom Anpfiff weg ließen die Mädels und Jungs vom FC keinen Zweifel aufkommen, wer hier und heute als Sieger das Spielfeld verlassen wird. Der Ball lief kombinationssicher durch die eigenen Reihen, und so wurden einige vielversprechende Torchancen herausgespielt. Bei Ballbesitz des Gegners wurde durch unerbittliches Gegenpressing der Ball schnell wieder zurückerobert. So ging der FC verdient mit 2:0 in Führung, wobei jedes Tor von den Kindern mit strahlenden Augen und dem seit der EM von den Isländern adaptierten „Hände-über-die-Köpfe-schlagen-und-HUK-Rufen“ begleitet wurde. Bis zur Halbzeitpause gelang dem HSV nur noch der Anschlusstreffer.

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Die zweite Halbzeit begann mit einer massiven Umstellung auf Seiten des HSV. Wurden doch neben den Vätern auch die Mütter aufs Spielfeld geschickt. Jetzt hätte das Spiel durchaus eine andere Wendung bekommen können; denn besonders über die rechte Angriffsseite des HSV, die vom FC ein wenig in der Deckungsarbeit vernachlässigt wurde, konnte sich die feilschnelle rechte Außenspielerin Christine immer wieder in Szene setzen, wenn sie mit einem Steilpass den Ball zugespielt bekam. Zum Glück für den FC war entweder der Ball zu schnell, oder aber Christine. Doch das Spiel stand bis zum Schluss auf des Messers Schneide.

Zwar dominierte der FC weiterhin das Spiel, doch aus seinem traumwandlerischen Ticki-Tacka der ersten Halbzeit war inzwischen (aufgrund zu vieler Beinpaare auf dem Feld) ein mehr zufälliges „Flippi-Flappa“ geworden. Der FC schoss noch zwei Tore, der HSV nur eines. In der Nachspielzeit gab es für den FC noch eine heikle Situation zu überstehen, als der HSV drei oder vier Mal Zentimeter vor dem Tor die Möglichkeit hatte ins Tor zu schießen. Aber jedes Mal warf sich einer der jungen FCler aufopferungsvoll vor den Ball und wehrte diesen ab. Auf der anderen Seite prallte ein fulminanter Weitschuss eines FC-Stürmers von der Innenkante der Querlatte auf die Torlinie und von dort zurück ins Feld. So blieb es beim verdienten 4:2 Erfolg für die furiosen Champions, der von den Spielern natürlich lauthals gefeiert wurde. Dem Gegner blieb anschließend nichts anderes übrig, als in kurzer eigener Reihe an der langen Reihe der Sieger vorbeizuschleichen und anerkennend und ehrfurchtsvoll deren Hände abzuklatschen.

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Es folgte das bei Jugendspielen obligatorische Elfmeterschießen, während sich die Eltern nach und nach um das Wärme ausstrahlende Lagerfeuer versammelten, um zu Ratschen oder in alten Erinnerungen zu schwelgen. Es war weit nach Mitternacht, als die jungen Spieler in ihren Zelten lagen und in einen kurzen Schlaf versunken waren, als nur noch eine schwache Glut vom Lagerfeuer glimmte und am Nachthimmel die Sterne leuchteten.

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Vielleicht kam zu dieser besonderen Stunde einer Mutter oder einem Vater der Ausspruch des italienischen Dichters Alighiere Dante (1265 – 1321) ins Bewusstsein:

 

Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben,

die Sterne der Nacht,

die Blumen des Tages

und die Augen der Kinder.